Post von Gérard
Mai 13, 2009
Die wohl erstaunlichste Post meines Lebens zog ich heute aus meinem Briefkasten: Zwischen der Wahlbenachrichtigung, Werbung und einem weiteren Brief entdeckte ich den Umschlag mit den albernen französischen Briefmarken. Die Marken mit Micky-Maus und Donald-Konterfei hatte ich vor 29 Tagen selbst als Rückporto auf den Umschlag geklebt und fast nicht daran geglaubt, sie je wieder zu sehen. Doch Gérard hat geantwortet! Ich hatte ein nicht sehr hochwertiges Foto beigelegt. Ein Motiv, das ich vom Fernsehbildschirm abfotografiert hatte. Doch zurück erhalten habe ich mehr als ich für möglich gehalten hätte: Neben meinem Foto mit persönlicher Widmung hat er zwei weitere Fotos beigefügt. Einmal in Farbe, einmal schwarz-weiß. Das Farbfoto enthält die Widmung „Pour Suzanne Amities Merci G. Depardieu“. Das heißt: „Für Susanne herzliche Grüße Danke G. Depardieu“. Ein mit höchster Wahrscheinlichkeit echtes Autogramm von Gérard Depardieu mit persönlicher Widmung nun mein Eigen nennen zu dürfen, ist spannend. Ein solches mit dem Zusatz „Merci“ erhalten zu haben, ist seltener. Ich schrieb ihm ein paar Gedanken in gequältem Französisch: Sterben, Kampf, Monster, Gefühle, Ambivalenz, Leere, Konfrontation, Abgrund, Einsamkeit, Schwärze, Flucht nach vorn, Traurigkeit, Glück, Liebe und Angst sind die Versatzstücke. Mir bleibt zu sagen: Merci Gérard!

Sex and the Taxi
Mai 9, 2009
Ob mein Testosteronspiegel zu hoch ist? Oder sonst etwas nicht mir mir stimmt? Jedenfalls fragte ich mich das an der Kasse als ich den Actionfilm bezahlte. Mein Blick fiel auf die DVD, die der junge Mann nach mir schon auf den Tresen gelegt hatte: Irgendwie rosa und mit dem Titel Sex and the City. Worum es da genau geht, weiß ich nicht, weil ich das nie angeguckt habe. So’ne Frauensachen halt. Glauben wir fest daran, dass der junge Mann die DVD seiner Mutti zum Muttertag gekauft hat. In meinem Film Taxi geht es um einen Taxifahrer aus Marseille. Daniel’s Taxi ist mit einigen James-Bond-Features ausgestattet. Damit lässt es sich ordentlich durch die Gegend heizen. Stets in guter Mission eilt Daniel seinem Freund von der Polizei, Emilien, zur Hilfe. Und jeder Fahrgast erlebt die unkonventionellste Taxifahrt seines Lebens. Für mich bitte lieber Taxi in the City…
Mit Gülcan und Collien auf’s Land
Juni 24, 2008
Die Luxusfrauen Gülcan Kamps – „ich bestehe anscheinend nur aus Pudding“ – und Viva-Kollegin Collien Fernandes – „ich kenne Kühe eigentlich nicht persönlich“ – ziehen auf’s Land und treffen auf Bauer Konrad – „ich habe sie mir genauso vorgestellt“. Schneeweißchen und Rosenrot wollen sich im simplen Leben auf einem bayerischen Bauernhof so mancher persönlicher Herausforderung stellen: „Eine Kosmetikstunde unter der Woche ist nicht drin“, stellt die burschikose Bauersfrau Roswitha gleich einmal klar. Die Luxus gewöhnten Mitzwanzigerinnen reisen noch stilecht im Hubschrauber an. Gülcan spricht während des gesamten Fluges, ohne zu atmen. Der Pilot setzt die beiden Schnecken auf einer Almwiese an die Luft. „Oh ist das Gras hoch“, bemerkt Gülcan, als sie mit ihren 15-Zentimeter-Highheels aus dem Fluggerät steigt und im Grün versinkt. Die Kameras halten voll drauf. Wir sehen die neue Doku-Soap Gülcan und Collien ziehen auf’s Land, die auf Pro 7 angelaufen ist. Das Ganze ist so simpel, wie Hotelerbin Paris Hilton mit damaliger Busenfreundin Nicole Richie im amerikanischen Fernsehen das wahre Leben entdeckte. Und mindestens so unterhaltsam. Da kommt die Schadenfreude voll auf ihre Kosten: „Wir wollen alle Schwänze sehen“, meint Gülcan auf einem Volksfest aus den im tiefsten Bayerndialekt hervorgebrachten Anfeuerrungsrufen der Jungs entnommen zu haben. Darüber, dass die bloß „alle schwitzen sehen“ wollten, klärt sie der Hofjunge auf. Joah, da legst di nieda! Und um 5.30 Uhr ist Aufstehen angesagt. Im Blaumann müssen die beiden Moderatorinnen antreten, den Hühnern – „warum haben die alle so VIP-Bändchen?“ – die Eier wegnehmen, den Stall ausmisten und die Kühe füttern. Die scheißen auf den Trubel im Stall. Collien und Gülcan rümpfen ihre gepuderten Näschen. Beim Kochen scheint offenbar zu werden, dass Collien noch nie ein Ei aufgeschlagen hat und von Eierkuchen zwar gehört, aber sie noch nie gemacht hat. Alles nur Schau? Nein, die sind wirklich so im wahren Leben. Fazit Gülcan’s: „Ich glaub’, ich werd’ danach ‘ne Therapie machen müssen!“.