Steuerzahler aufscheuchen
November 6, 2008
Weshalb erst den Einkommensteuerbescheid übersenden, wenn man den Steuerzahler gleich mit einer Vollstreckungsankündigung aufscheuchen kann! So muss es sich das Finanzamt Erfurt gedacht haben. Acht angeblich unbezahlte Posten reiht die Drohung auf, die ich aus meinem Briefkasten zog in Erwartung, endlich den Einkommensteuerbescheid für 2007 erhalten zu haben. Angeblich bin ich Einkommensteuer schuldig geblieben. Weiterhin Vorauszahlungen für 2008, auch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer habe ich angeblich noch nicht bezahlt. Garniert das Ganze mit Säumniszuschlägen und zusammenaddiert eine Summe, die geeignet ist, den Steuerschuldner ehrlich zu beunruhigen. Ein Anruf bringt nach einer halbwegs schlaflosen Nacht Klarheit. Der Computer des Geldamtes sagt, dass ich gar nichts schuldig bin. Da freute ich mich schon. Ob die jetzt vielleicht überhaupt nix mehr haben wollen von meinem Geld? Natürlich weit gefehlt. Wer arbeitet, der muss Steuern zahlen. Und die Bankenmisere. Offenbar handelt es sich aber um ein Versehen. Das mit der Vollstreckungsankündigung meine ich. Jetzt darf ich auf ein Schreiben hoffen, das die Vollstreckungsankündigung für Null und nichtig erklären wird. Und auf meinen Steuerbescheid für 2007. Zahlen muss ich’s ja doch. Ohne Säumniszuschlag. Froh kann ich da sein. Auch darüber, dass ich noch nicht meine neue lebenslange Steuernummer – elfstellig – angeben musste. Der Schriebs mit der Nummer ist mir nämlich beim Papieresortieren unerreichbar unter’s Sofa gerutsch.
Mit Achim nach Hawaii
Juni 18, 2008
Achim hat sich wieder gemeldet. Er ist nun in Erfurt in der Johannesstraße 112 angekommen. Vorbeikommen soll ich und eine Reise nach Hawaii gewinnen. Achim schreibt:
Ich bin’s wieder, ACHiM. Bin jetzt in Erfurt zu Hause und wollte Ihnen mal zeigen, wie mein Paradies aus Internet, Telefon und Fernsehen so aussieht. Vielleicht finden Sie ja auch ein paar Inspirationen!
Achim…und alles Toast Hawaii.
Von wegen. Schnell surfen und endlos quatschen kann man angeblich mit Achim. Nix mit paradiesischem Hawaiitoast. Telefon-, Internet- und Fernsehprodukte hat Achim zu Dumpingpreisen im Angebot. Na vielen Dank auch. Und ich dachte, Achim bringt mir Toast Hawaii mit.
Achim kommt
Juni 18, 2008
Wie schön: Statt der sonst üblichen Rechnungen finde ich eine Postkarte aus Hawaii in meinem Briefkasten. Wer wohl an mich gedacht hat? Paradiesische Grüße sendet mir der Typ auf der Karte im bunten Hemd. Aus dem Liegestuhl prostet er mir fröhlich mit seinem Schirmchen-Cocktail zu. Im Hintergrund sind Palmenwedel zu erkennen. Ich drehe die Karte um. „Hey Frank“, steht da. Komisch. Das muss ein Irrtum sein. Tatsächlich. Die Karte ist an einen Frank in der Johannesstraße 112 in Erfurt gerichtet:
Sonnigste Grüße aus meinem Paradies. Total ruhig, wenn ich Entspannung brauche, volle Action, wenn’s mal so richtig abgehen soll! Werd’ jetzt bloß nicht neidisch, Du kannst ja auch Dein Paradies im Wohnzimmer haben! Wie, das erzähle ich Dir, wenn ich in Erfurt angekommen bin! Achim…und alles Toast Hawaii.
Ach so. Bloß Werbung. Aber wofür? Und warum erzählt Achim nur Frank, dass er in Erfurt ankommen wird? Der Achim scheint zu wissen, wie man Wohnzimmer in Paradiese verwandeln kann. Vermutlich mit einem Toast Hawaii. Was kann auch paradiesischer sein, als Hawaii-Toast im Wohnzimmer zu essen? Mir ist der geheimnisvolle Achim damit jedenfalls sehr willkommen in Erfurt.