Praktikumsbericht II
August 20, 2008
Im Verlauf meines dreiwöchigen Berufspraktikums 1989 als Fotografin im Bremerhavener Schiffahrtsmuseum notierte ich im Tätigkeitsbericht zu der Frage, was mir in dieser Woche besonders aufgefallen sei: „Wirklich nichts Besonderes (den ganzen Tag läuft Radio FFN)“. Als Fotografin braucht man wohl eine gute Beobachtungsgabe, die auch für den Praktikums-Abschlussbericht gefragt war, in dem wiederzugeben war, weshalb einem der Beruf gefällt oder nicht gefällt. Ich schrieb:
Ich muss dazu sagen, dass ich glaube, dass es keinen Beruf gibt, der einem nur gefällt oder nicht gefällt. Der Berufsfotograf kann nicht immer das fotografieren, was ihm gefällt und das Foto so gestalten, wie er möchte. Mir gefällt es, dass er trotzdem sein Wissen und seine Technik einsetzen kann und nicht selten sogar bewundert wird. Wenn ich tatsächlich einmal diesen Beruf ergreifen werde, würde es mich trotz aller Faszination stören, wenn ich ständig, Tag ein, Tag aus, das selbe fotografieren muss, wie beim Praktikum Schiffe und alles, was dazu gehört. Der Berufsfotograf ist keineswegs mit dem Hobbyfotografen zu vergleichen, und wenn der Hobbyfotograf noch so gut ist. Es ist teilweise wirklich harte Arbeit, ein gutes Bild in den Kasten zu kriegen. Davon abgesehen muss beim Entwickeln auch noch auf vieles geachtet werden, wie: Welche Gradation, ist das Bild zu hell oder zu dunkel. Zwar brauchte man das in diesem Betrieb nicht so stark beachten. Aber für einen richtigen Profifotografen, der seine Bilder veröffentlicht, zum Beispiel in der Werbefotografie oder in den teuersten und bekanntesten Zeitschriften, ist das wahrscheinlich doch ausschlaggebend.
Damals war ich Fünfzehneinhalb. Wenn ich das heute lese, kann ich nach meiner Erfahrung bestätigen, dass es tatsächlich manchmal eine harte Arbeit ist, ein gutes beziehungsweise passendes und stimmiges Bild in den Kasten zu bekommen. Ob der Fotograf dafür so bewundert wird, bezweifle ich etwas. Und der ambitionierte Hobbyfotograf steht in seinem Können einem gelernten Fotografen in fast Nichts nach. Fotografin war mein einziger Berufswunsch, den ich hatte. Ich bin Rechtsanwaltsgehilfin geworden. Aber ein Mensch tut das, wozu er geschaffen ist. Also fotografiere ich. Das Eine ist Beruf, das Andere – die Fotografie – etwas mehr Berufung.
Dazu gehört der Praktikumsbericht I