Praktikumsbericht I

Juli 13, 2008

Mein Berufspraktikum absolvierte ich im März 1989 im Bremerhavener Schiffahrtsmuseum (das man zu der Zeit noch mit zwei „f“ schrieb) im dortigen Fotostudio und Labor. Damals war ich Fünfzehneinhalb. Das dreiwöchige Praktikum sollte der beruflichen Orientierung dienen und war ein Jahr vor Schulabschluss abzulegen. Fotografin war mein Wunschberuf. Später riet man mir bei der Berufsberatung davon ab. Mit nur einem sehenden Auge sei das nötige dreidimensionale Sehen nicht gegeben. Wozu man das in der Fotografie braucht, weiß ich bis heute nicht. Während des Praktikums musste jeder Schüler einen Bericht anfertigen. Meine Beschreibung eines Tagesablaufs im Betrieb gab ich so ab:

Um 7.00 Uhr ist Arbeitsbeginn. Der Chef verteilt die Aufgaben. Es muss ein Modellschiff fotografiert werden. Das sind anderthalb bis zwei Stunden Arbeit. Dann muss entwickelt werden. Bilder, Bilder, Bilder. Hin und wieder kommen Leute vom Museum und erläutern ihre Wünsche. Repros, große und kleine Modellschiffe, alte Medaillen, Bestecke und alles, was zur Schifffahrt gehört. Es ist ein kleiner Betrieb, deshalb müssen größere Dinge, insbesondere Farbmaterialien auch ins Großlabor geschickt werden. In einem solchen Betrieb ist es mit drei Mann und wenig Platz unmöglich, 80 Papierbastelbögen zu fotografieren und dann auch noch mehrere Vergrößerungen von ein und demselben Papierbogen herzustellen. – und dann auch noch in begrenzter Zeit. Dieses Fotolabor ist keines, wo Aufnahmen von Leuten angenommen werden, die im Urlaub fotografiert haben. Der Betrieb gehört speziell zum Schifffahrtsmuseum und es werden hauptsächlich Archivaufnahmen hergestellt, die später von anderen Leuten nummeriert werden und dann in irgendeinem Karteikasten verschwinden. Um 16 Uhr ist Arbeitsende.

Im Bild: Das bin ich beim Fotografieren eines Modellschiffes

Dazu gehört der Praktikumsbericht II

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