Beim Aufschlagen der Akte offenbarte sich das Drama: zermatscht und vertrocknet lag das kleine Insekt auf dem Blatt Papier. Platt gepresst wie eine getrocknete Blume klebte es zwischen den Zeilen. Von der Bürokratie erschlagen und geplättet. Kein wirklich schöner Anblick. Auch ich fühle mich zuweilen von den Akten erschlagen. Immer dann, wenn ich sie gerade zurück in den Schrank gehängt habe und prompt ein neuer bürokratischer Akt mich zwingt, sie sogleich wieder heraus zu holen. Ich nenne das den Bumerang-Effekt. Ein Gefühl, nie fertig zu werden drängt sich mir auf. Was für ein Frust. Irgendwann, wenn die Eheleute geschieden, der Nachbarschaftsstreit ausgetragen, die Klage durchgefochten ist, endet auch die Bürokratie. Die hat die Akte nicht selten aufgebläht und auf satte Kilogewichte gebracht. So tritt sie ihren letzten Weg in die Altablage an, deren Registratur ich gerne vor mir herschiebe. In der Abstellkammer sammelt sich der Aktenhaufen bedrohlich. Stürzten die Aktenstapel um, könnten sie mich glatt erschlagen. Aber auch so gehe ich abends geplättet nach Hause ob der ganzen nie enden wollenden Bürokratie.

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