Das Spiel mit dem Feuer

Juni 19, 2008

Feuer am RathausAls die Blumendekoration neben dem Rathausbalkon plötzlich Feuer fängt gehört das nicht zum Eröffnungsspiel des 33. Krämerbrückenfestes in Erfurt. Funken des abgefackelten Feuerwerks ließen das Blumengebinde zunächst qualmen und kurz darauf lichterloh brennen. Das Schauspiel mit Till Eulenspiegel und dem Marktvogt Franz Kahlschlag geriet zu einem Spiel mit dem Feuer.

Um sechs Uhr am frühen Freitagabend des 13. Juni beginnt das Schauspiel am Fuße des Rathauses. Die Frau vom Fischmarkt trifft dort auf den ewig miesepetrigen Marktvogt Franz Kahlschlag, der stets über das Stadtgeschehen meckert, poltert und wettert, wovon sich die resolute Fischverkäuferin jedoch nicht beeindrucken lässt. Dritter im Bunde ist Till Eulenspiegel, der bald vom blumengeschmückten Balkon des Rathauses herabwinkte. Für Erfurts Teilnahme am Wettbewerb Entente Florale hat er sich etwas einfallen lassen: bunte Blumengestecke und Girlanden schmücken das Rathaus. Festlich werden die Gestecke enthüllt und ein Feuerwerk gestartet. Der Funkenflug setzte das eine Blumengesteck in Brand. Das Feuer frisst sich schnell durch das Trockengebinde. Das Publikum bestaunt das Geschehen, lacht und verweilt am Ort des Geschehens. Es dauert etwa 15 Minuten, bis sich die Feuerwehr einen Weg zum Rathaus bahnen kann. Die Markstraße war nicht befahrbar, da sich dort wegen der Absperrung der Bühne die Straßenbahnen aneinander reihten und auf ihre Weiterfahrt warteten. Mitarbeiter der Stadt greifen zum Feuerlöscher und beginnen, das Feuer vom Balkon des Rathauses aus zu löschen. Dies verursacht dichten beißenden Qualm, der die Augen tränen ließ. Wenig später ist der Fischmarkt vernebelt und es regnet feinen Ascheregen. Der Qualm reizt die Lunge. Das erst treibt die Zuschauer ein Stück zurück. Zwischenzeitlich hat der linke Torbogen des Rathauses, der mit einer Blumengirlande geschmückt ist, durch herabschwebende Brandteile ebenfalls Feuer gefangen. Die Polizei sperrt dann das Areal ab, drängt die Zuschauer weiter zurück. Zahlreiche Handys werden gezückt und Fotos gemacht. Ein Tatü-Tata ist zu hören. Die Feuerwehr ist endlich da und beginnt sofort mit dem Löschen des Torbogens. Mit einer Drehleiter gelangen die Feuerwehrleute an das noch immer glimmende Blumengebinde am Balkon und löschen es endgültig. Die Reste des Blumengestecks werden abgenommen. Derweil kann Oberbürgermeister Andreas Bausewein nur zusehen, läuft hin und her und telefoniert. Die Dekoration sollte die Jury von Entente Florale überzeugen. Ob der Rest der Dekoration hängen bleiben kann, bleibt abzuwarten. Abergläubisch, wer an Freitag, den 13. denkt.

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