Senfgelb
Juni 26, 2008
Im senfgelben Trikot schießen sich die Spanier mit 3 zu 0 gegen die Russen ins EM-Finale. Es muss etwas auf sich haben mit der Farbe. Born to win oder so. Thüringer verstehen mich. Die Schwerkraft sei senfgelb, schreibt jemand in sein Blog. Ein anderer bietet senfgelbe Ofenkacheln an, der nächste hat eine senfgelbe Ledercouch zu vergeben. Senfgelb ist die einzig scharfe Trendfarbe im Modeherbst. Bei ebay gibt’s die Retrotapete mit senfgelben Landhausstreifen. Den VW Porsche 914-4 gibt’s in senfgelber Lackierung. Curry ist auch irgendwie senfgelb. Eine klagt nach dem Frisörbesuch über senfgelbe Haare. Ein Goldauftrag verleihe der senfgelb abgetönten Wand leuchtende Effekte. Ob’s auch den Haaren hilft? Das einzig wahre Senfgelb bleibt das Born-Gelb auf der Bratwurst. Der Thüringer. Der versteht mich.
Finale in letzter Minute
Juni 25, 2008
In der letzten Spielminute knallt Philipp Lahm das 3 zu 2 gegen die Türken in den Kasten. Dann ein Freistoß für die Türken. Die Nachspielzeit ist schon abgelaufen. Daneben. Noch fünf Minuten zuvor schien alles wieder offen, als den Türken der Ausgleich zum 2 zu 2 gelang. Noch wenige Sekunden. Finale! Deutschland steht das erste Mal seit 1996 im EM-Finale. Angie Merkel schüttelt auf der Tribüne freudig-fassungslos den Kopf. Sie habe schon ein paar Mal die Luft anhalten müssen, sagt sie. Am Boden natürlich immer die Anderen. Die Türken sind traurig. Dazwischen: Ballack in Mittelstürmerposition, Klose, Lahm, Lahm, dann Schweinsteiger und Podolski, Podoolski, Poodooolsskiiii! Finale. Oh ho. Und Party.
Im Bild: Public Viewing in Erfurt
Mit Gülcan und Collien auf’s Land
Juni 24, 2008
Die Luxusfrauen Gülcan Kamps – „ich bestehe anscheinend nur aus Pudding“ – und Viva-Kollegin Collien Fernandes – „ich kenne Kühe eigentlich nicht persönlich“ – ziehen auf’s Land und treffen auf Bauer Konrad – „ich habe sie mir genauso vorgestellt“. Schneeweißchen und Rosenrot wollen sich im simplen Leben auf einem bayerischen Bauernhof so mancher persönlicher Herausforderung stellen: „Eine Kosmetikstunde unter der Woche ist nicht drin“, stellt die burschikose Bauersfrau Roswitha gleich einmal klar. Die Luxus gewöhnten Mitzwanzigerinnen reisen noch stilecht im Hubschrauber an. Gülcan spricht während des gesamten Fluges, ohne zu atmen. Der Pilot setzt die beiden Schnecken auf einer Almwiese an die Luft. „Oh ist das Gras hoch“, bemerkt Gülcan, als sie mit ihren 15-Zentimeter-Highheels aus dem Fluggerät steigt und im Grün versinkt. Die Kameras halten voll drauf. Wir sehen die neue Doku-Soap Gülcan und Collien ziehen auf’s Land, die auf Pro 7 angelaufen ist. Das Ganze ist so simpel, wie Hotelerbin Paris Hilton mit damaliger Busenfreundin Nicole Richie im amerikanischen Fernsehen das wahre Leben entdeckte. Und mindestens so unterhaltsam. Da kommt die Schadenfreude voll auf ihre Kosten: „Wir wollen alle Schwänze sehen“, meint Gülcan auf einem Volksfest aus den im tiefsten Bayerndialekt hervorgebrachten Anfeuerrungsrufen der Jungs entnommen zu haben. Darüber, dass die bloß „alle schwitzen sehen“ wollten, klärt sie der Hofjunge auf. Joah, da legst di nieda! Und um 5.30 Uhr ist Aufstehen angesagt. Im Blaumann müssen die beiden Moderatorinnen antreten, den Hühnern – „warum haben die alle so VIP-Bändchen?“ – die Eier wegnehmen, den Stall ausmisten und die Kühe füttern. Die scheißen auf den Trubel im Stall. Collien und Gülcan rümpfen ihre gepuderten Näschen. Beim Kochen scheint offenbar zu werden, dass Collien noch nie ein Ei aufgeschlagen hat und von Eierkuchen zwar gehört, aber sie noch nie gemacht hat. Alles nur Schau? Nein, die sind wirklich so im wahren Leben. Fazit Gülcan’s: „Ich glaub’, ich werd’ danach ‘ne Therapie machen müssen!“.